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EU fördert Umgestaltung des Volksparks Oberaue
 
Die Saale bleibt im Fokus der Stadtplaner. Nicht nur in Jena-Ost soll entlang der Saale einiges umgestaltet werden, wie am Montag zu lesen war, sondern auch im grünen Herzstück der Stadt entlang der Saale im Paradies, oder wie es seit kurzem etwas geschwollen heißt Volkspark Oberaue.

Jena. Wie von Stadtarchitekt Dr. Matthias Lerm zu erfahren war, forciert die Stadt die Vorbereitungen für die Umgestaltung, die bis 2013 abgeschlossen sein soll. Denn nicht lange gebe es dafür lukrative Fördergelder vom EFRE-Programm der Europäischen Union. Die noch nicht endgültigen Planungen sollen noch im Stadtentwicklungsausschuss diskutiert werden.

Das Paradies eigne sich für eine solche zu 75 Prozent von der EU geförderte Umgestaltung hervorragend, sei es doch der einzige denkmalgeschützte Stadtpark in Thüringen, der in den 1930-er und 1950-er Jahren besondere Prägung erhalten habe.

So soll es schon im Frühjahr mit den Arbeiten losgehen. Als erstes werden die Toiletten vor dem großen Spielplatz abgerissen und neue moderne Sanitäranlagen errichtet, übrigens sogar künftig mit personeller Aufsicht, wie Dr. Lerm betont. Diese Mitarbeiter sollen dann auch Spielgeräte ausleihen. Die dortige Kegelbahn werde modernisiert. Zusätzlich könnten ein großes Schachspiel und weitere Spielangebote dort entstehen.

Deutlich zurückgedrängt werden sollen die derzeit doch ziemlich störende Fernwärmetrasse am Rande der Rasenmühleninsel. Die Stadtwerke hätten schon ihre Bereitschaft bekundet, die Sanierung der Trasse vorzuziehen, wobei drei der fünf Rohrleitungen verschwinden sollen. Die restlichen zwei Leitungen könnten mit Grün umgeben werden.

Der gegenwärtige Schandfleck an der südlichen Grenze der Oberaue, die Brandruine des früheren Stadtbaubetriebes soll natürlich verschwinden. Allerdings handele es sich hier um privaten Grund und Boden. Der Besitzer entscheide, was hier geschehe. "Wir sind aber sehr für eine sinnvolle Bebauung", sagt Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter (SPD) mit Blick auf das Vorhaben des Jenaer Querwege-Vereins, für die von ihm betriebene Integrative Ganztagsschule (derzeit in der Karl-Marx-Allee) hier einen Neubau zu errichten. Doch durch die engen Zufahrten und den nahen Schrankenübergang müssten noch Fragen der Sicherheit geklärt werden.

Die alten Flachgebäude an der Terrasse der Rasenmühleninsel werden wahrscheinlich abgerissen. In diesem Areal wären auch Open-Air-Konzerte im kleineren Maßstab denkbar. Die Skaterbahn und die Minigolf-Anlage sollen hingegen bleiben. Was den Teich an der Rasenmühleninsel angeht, so soll er entschlammt werden. Das benachbarte Glashaus aus den 1970-er Jahren stellt momentan noch ein kleines Sorgenkind dar, räumt Dr. Lerm ein. Es bedürfe wahrscheinlich einer stufenweisen Sanierung über mehrere Jahre. Auch sei die wirtschaftliche Vermietung noch nicht gesichert. Es soll aber als ein architektonisches Kleinod auf jeden Fall erhalten werden.

Zwei besondere Leckerbissen halten die Planer für die Einmündung der Leutra in die Saale bereit also zwischen Paradiescafé und Bootsverleih. Dort soll inmitten der Saale künftig eine Wasserfontäne hoch sprudeln. Unweit davon erwäge man zudem den Bau einer Seilfähre. Mit ihr könnten per Selbstbedienung mit Hilfe eigener Muskelkraft Paradiesbesucher von einem Ufer ans andere gelangen.

Zwei bis drei Millionen Euro würde das gesamte Paradies-Projekt wohl kosten, schätzen OB Schröter und der Stadtarchitekt. Aber die Stadt bräuchte nur ein Viertel davon zu tragen. Eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen wolle.

Doch OB Schröter gibt zu dieser positiven Aussicht auf das künftig attraktivere Paradies doch noch einen Wermutstropfen hinzu: Die durch ihn angeregte Wiederbelebung der Paradiesfeste muss noch etwas länger warten. Das für August 2011 geplante erste Paradiesfest nach gut 40 Jahren muss abgesagt werden aus Rücksicht auf die schwierige finanzielle Lage der Stadt.


Michael Groß / 08.12.10 / OTZ

 
 
 
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